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Rückblick auf die Rohstofftour Australien 2026

Hintergrund und Ziel der Reise

Vom 25.–30. Oktober 2026 hat Jan Menssing, geschäftsführender Gesellschafter der MCC-Menssing Chemiehandel & Consultants GmbH, für MCC an einer Rohstoffdelegationsreise nach Australien teilgenommen. Die Reise wurde von der Deutsch-Australischen Industrie- und Handelskammer (AHK Australien) im Rahmen des Markterschließungsprogramms des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie organisiert. Im Mittelpunkt standen kritische Rohstoffe (Critical Raw Materials), insbesondere Seltene Erden, sowie die Frage, wie sich neue, langfristig zuverlässige Lieferketten zwischen Australien und Europa aufbauen lassen. Für MCC war die Reise besonders interessant, da wir bereits seit vielen Jahren auf die internationale Diversifizierung unserer Bezugsquellen setzen. Australien bietet uns die Möglichkeit, diese Strategie weiterzuentwickeln und Kontakte zu neuen Rohstoffproduzenten aufzubauen.

Sydney – IMARC und internationale Rohstoffpolitik

In Sydney stand die International Mining and Resources Conference (IMARC) im Mittelpunkt. Die Veranstaltung bot zahlreiche Gelegenheiten, mit Vertretern aus Politik, Industrie, Verbänden, Handelskammern und Finanzwirtschaft über die Zukunft der internationalen Rohstoffversorgung zu sprechen. Besonders interessant waren die Diskussionen über die starke Abhängigkeit von China, die Finanzierung neuer Rohstoffprojekte und den Aufbau zusätzlicher Förder- und Verarbeitungskapazitäten außerhalb der etablierten Lieferketten. Ein wichtiger Programmpunkt war der German Afternoon, bei dem Vertreter aus Deutschland und Australien über die Herausforderungen und Chancen einer engeren Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette diskutierten.

Persönliche Gespräche und neue Geschäftskontakte

Ein besonderer Mehrwert waren die von den Organisatoren vorbereiteten persönlichen B2B-Gespräche mit australischen Minenunternehmen und Projektentwicklern. Dabei ging es nicht nur um bestehende Produktionskapazitäten, sondern vor allem um neue Minenprojekte, die sich bereits in unterschiedlichen Entwicklungsphasen befinden. Für MCC waren insbesondere kleinere und mittelständische Unternehmen interessant, die zukünftig Seltene Erden und andere kritische Rohstoffe produzieren möchten und potenzielle Partner für die Vermarktung in Europa suchen. Die Gespräche waren hervorragend vorbereitet und boten ausreichend Zeit, um über Produkte, Projektfortschritte, technische Anforderungen und mögliche Formen einer zukünftigen Zusammenarbeit zu sprechen.

Austausch innerhalb der deutschen Delegation

Ebenso wertvoll war der Austausch mit den anderen Teilnehmern der deutschen Wirtschaftsdelegation. Vertreten waren unterschiedliche Industriezweige, darunter Unternehmen wie BMW, Siemens Energy und Bayer sowie Vertreter der Windenergiebranche. Es war besonders aufschlussreich, die unterschiedlichen Perspektiven der rohstoffverarbeitenden Industrie kennenzulernen. Obwohl die jeweiligen Anwendungen und Anforderungen unterschiedlich sind, zeigte sich immer wieder, wie wichtig eine verlässliche Versorgung mit kritischen Rohstoffen für die Zukunftsfähigkeit der deutschen Industrie ist. Auch die Gespräche mit Vertretern der KfW, der Exportkreditabsicherung sowie weiteren Finanzierungs- und Förderinstitutionen waren interessant. Denn der Aufbau neuer Lieferketten ist nicht nur eine Frage verfügbarer Rohstoffvorkommen, sondern ebenso eine Frage der Finanzierung und wirtschaftlichen Tragfähigkeit neuer Projekte.

Perth – Einblicke in die industrielle Weiterverarbeitung

Im zweiten Teil der Reise ging es nach Perth in Westaustralien. Hier standen Unternehmensbesuche und Einblicke in die industrielle Verarbeitung mineralischer Rohstoffe im Vordergrund. Besonders spannend war die Frage, wie aus geförderten Rohstoffen beziehungsweise Konzentraten industriell nutzbare Produkte entstehen und welche technischen, wirtschaftlichen und finanziellen Herausforderungen beim Aufbau entsprechender Verarbeitungskapazitäten bestehen. Gerade bei Seltenen Erden ist die Gewinnung der Rohstoffe nur ein Teil der Herausforderung. Mindestens ebenso entscheidend sind die anschließende Trennung, Raffination und Herstellung marktfähiger Oxide. Diese Gespräche und Einblicke haben nochmals verdeutlicht, dass eine nachhaltige Diversifizierung der Rohstoffversorgung nur funktionieren kann, wenn die gesamte Wertschöpfungskette berücksichtigt wird.

Persönliches Fazit

Die Reise war ausgesprochen intensiv, mit einem sehr eng getakteten Programm und zahlreichen Terminen. Gleichzeitig war sie hervorragend organisiert und bot viele Gelegenheiten für einen offenen und konstruktiven Austausch. Besonders positiv in Erinnerung bleiben mir die persönlichen Gespräche, die Offenheit der australischen Gesprächspartner und die vielen interessanten Diskussionen innerhalb unserer deutschen Delegation. Für MCC konnten zahlreiche neue Kontakte zu Unternehmen, Institutionen und potenziellen Geschäftspartnern knüpfen. Diese gilt es nun weiterzuentwickeln und auf konkrete Möglichkeiten einer zukünftigen Zusammenarbeit zu prüfen.

Wichtigstes Fazit: Versorgungssicherheit entsteht nicht durch kurzfristige Reaktionen auf Marktengpässe, sondern durch frühzeitige Kontakte, langfristige Partnerschaften und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen. Australien kann dabei für die europäische Industrie eine wichtige Rolle spielen. Ein ausdrücklicher Dank gilt der Deutsch-Australischen Industrie- und Handelskammer sowie allen beteiligten Organisatoren für die ausgezeichnete Vorbereitung und Durchführung dieser Reise.